Archiv der Kategorie: Wahnsinn.

Eine Anleitung zum Glücklichsein.

In meinen Augen ist es wichtig, in einem Bereich seines Lebens keine Leistung bringen zu wollen. So einfach diese „Weisheit“ auch klingen mag, so lange habe ich für mich gebraucht um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Trailrunning ist mein Kleinod, in dem die Erweiterung meines persönlichen Horizonts, das kleine oder große Abenteuer und das konsequente Nicht-Erbringen von Leistung zählt. Dieses Kleinod verteidige ich vehement.

Ich habe es seit jeher abgelehnt, die Daten meiner aufgezeichneten Aktivitäten in sozialen Medien kund zu tun. Die womöglich schönen Wege, die unterhaltsame Gesellschaft und die erlebten Emotionen spiegeln sich für mich nicht in der bloßen Angabe von Distanz, Höhenmeter, Pace oder sonstigem wieder.

Ich nehme nicht mehr an Laufveranstaltungen teil. Warum sollte ich mir das Gedränge und Geschiebe auf den Trails antun, wenn ich diese Wege gerne für mich allein haben möchte, es in der Regel bekannte Wanderwege sind und ich ganz in der Nähe wohne? Auf die oft genannte Atmosphäre verzichte ich gerne, denn Geschiebe, Gedrängel und Menschenmassen erlebe ich Wochentags um 7 Uhr an Gleis 3.

Ich lese kaum noch Blogs. Was ich schade finde. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich keine Ehrnährungstipps lesen oder Trainingspläne verfolgen. Ich möchte keine Materialtests lesen und nicht wissen wer eure Partner sind, oder von wem ihr gesponsort werdet oder werden wollt und wie toll dieses oder jenes Produkt ist.

Ich möchte Tipps lesen über Wege und Gegenden die mir unbekannt, entdeckenswert und schön sind. Ich möchte sehen, dass ihr eure Hightech-Gadgets zum Planen von Abenteuern und Sammeln von Eindrücken und Emotionen verwendet. Nicht von Followern und Klicks eures Blogs.

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Zugegeben macht das alles ein wenig einsam. Aber das ist durchaus gewollt. Es befreit mich vom Druck jeglicher Konventionen und Regeln des Trailrunnings. Am Ende macht es mich ziemlich glücklich, denn losgelöst von allem habe ich das Trailrunning für mich neu und das Kind in mir wiederentdeckt.

Die Lego-Spielsachen habe ich aufgebaut, damit gespielt, auseinandergebaut, in einer großen Kiste gesammelt und meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Ich war dann nie auf das beschränkt, was mir die Anleitungen vorschrieben zu bauen, sondern dem, was mir meine Fantasie vorplapperte. Nichts anderes ist Trailrunning.

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