Luxusgüter.

Als ich vor ein paar Tagen in einer kuscheligen „Vinothek“ saß und mich mit einem befreundeten Kellermeister über Tetrapak-Wein und Barriqure-Fässer unterhielt, schweifte mein Blick oft über die vielen Landkarten, welche an der Wand hingen. Die Landkarten zeigten Weinanbaugebiete und Weingüter, für mich zeigten sie Orte, die ich nicht kannte und an welchem man sicherlich gut rumrennen kann. Wein wächst ja bekanntlich an Hängen. Meistens.

Schöne neue Welt.

Im Verlauf des Abends kamen wir auf das Thema Laufen zu sprechen und – wie immer bei diesem Thema – redete ich mich in einen Rausch. Ich schwärmte und schwärmte und benutzte Metaphern, die den gemeinen Nicht-Trailrunner oft mit Kopfschütteln zurücklassen. Immerhin kriege ich mittlerweile die Kurve und hinterlasse keine verstörten Menschen, die sich mit wirren Augen angucken und dann „noch einen Termin“ haben, sondern interessierte Menschen. Interessierte, leicht verstörte Menschen.

Auch Tage danach blieben diese Karten im Gedächtnis- Gepaart mit dem uns nun allen bekannten Filmchen „Of Fells and Hills“ wurde mir bewusst, warum meine Liebe zu Trailrunning so groß geworden ist (wäre Trailrunning eine Person, wäre ich Stalker): Abenteuer und entdecken.

Als meine erste große Abenteuerlust begann, befand ich mich an der Quelle von Odenwald und Bergstraße. Man kann sagen, der Samen wurde in fruchtbaren Boden gepflanzt und ich erinnere mich gern an verstörte Blicke auf die Uhr ohne zu wissen wo ich bin, zerkratzte Beine und verschwitzte Shirts in Linienbussen und viele, sehr viele verstörte Blicke.

Liebe.

Man wächst bekanntlich an seinen Aufgaben und ich bin kurz davor, die nächste, geistige Aufgabe zu lösen. Eine sechs Jahre währende Aufgabe. Wenn ich in diesen sechs Jahren etwas gelernt habe, ist es, dass der Mensch alles leisten kann. Wenn er will. Es gibt keine psychischen und physischen Hürden. Wenn man sich darauf vorbereitet und es wirklich will.

Trois Lacs.

In mir erwacht eine neue Abenteuerlust und diese trifft nun auf einen sehr sehr viel fruchtbareren Boden. Eingekesselt von Alpen, Schwarzwald und Vogesen im sonnenreichsten Fleck Deutschlands wähne ich mich ein wenig im Paradies. Mehr noch: Ich stehe jetzt nicht mehr allein mit zerkratzten Beinen in Straßenbahnen und sitze auch nicht mehr allein Café schlürfend mit Rucksack und verschwitztem Funktionsshirt im Café.

P.S.: Das von mir verstörte Pärchen von vor ein paar Abschnitten hat am nächsten Tag die Laufschuhe geschnürt und ist gemeinsam im Wald laufen gegangen.

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