Einfach so.

Würde man Reichtum am fossilen Energieträger Braunkohle messen, wäre ich von Geburt an reich und würde mit dem schwarzen Gold nur so um mich schmeissen.

Mordor.Würde man Reichtum an pekuniären Mitteln messen, würde ich in der Liga der Sportwagenbesitzer eimerweise Druckluft um mich schmeissen. Aus diesem Grund messe ich meinen Reichtum an Begegnungen, Erlebnissen und Eindrücken. Da bin ich nämlich nicht ganz so arm. Zumindest fühle ich mich darin nicht gerade minderbemittelt und Emotionen sind ja die Dinge, um die es beim Trailrunning geht. Nicht wahr?

Diese Erfahrung habe ich gemacht, als mir die Ausübung meiner Passion 6 Monate verwehrt blieb. Man denkt um. Will ich wirklich an Wettkämpfen teilnehmen und Entbehrungen in Kauf nehmen? Meine Grenzen immer weiter pushen bis ich das Limit erreiche? Will ich besser aussehen, als ich es sowieso schon tue? Will ich meine Speckröllchen in enge Laufshirts quetschen, weil es die Stars auch tun? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten und ich habe es für mich getan. Ich habe es nach einer unerträglichen Pause jedenfalls genossen, einfach nur zu laufen. So viel oder so wenig wie ich wollte. Ohne schlechtes Gewissen, einen Vorbereitungslauf für irgendetwas auszulassen.

Zunächst wollte ich Anfang diesen Jahres einfach meine Ruhe haben und laufen. Mich niemandem anpassen und mich nicht dafür schämen, keuchend, sabbernd und mit Händen auf den Oberschenkeln mich ein Hügelchen hochzuschleifen. Ich wünsche zwar niemandem eine halbjährige Zwangspause an den Hals, doch aber das Gefühl, einfach froh zu sein, ohne Schmerzen auf seinen zwei Beinen laufen zu können. Einfach so. Das Gefühl, dass die Beine wieder kräftiger werden, das Lungenvolumen immer größer, die Haut von der Sonne brauner, die Laune wieder verdammt gut wird und man diese Sch**sssteigung endlich am Stück hochlaufen kann. Ich wünsche euch das gute Gefühl an den Hals, jeglichen eigenen Erwartungen und Leistungsdruck beide Mittelfinger zeigen zu können.

Was ich euch auch (für das kommende Jahr bspw.) an den Hals wünsche, sind ein paar lustigen Gesellen an eurer Seite und diese spontanen, spaßigen Läufe. Einfach so. Seinen Freunden seine Lieblingstrails zeigen oder als Gast die Lieblingstrails von jemand anderem gezeigt zu bekommen ist toll. Sehr toll sogar. Keine Hektik. Nur Spaß. Was man ebenfalls unbedingt ausprobieren sollte: Das Zusammenklicken einer Route in fremden Gefilden, bloß um sich mit seinen „Homies“ ein neues Revier zu erschließen. Gemeinsames Verlaufen ist so viel schöner als alleine ratlos in der Pampa herumzustehen.

Durch Trailrunning bin ich herumgekommen. Öfter und weiter als bei anderen Sportarten die ich ausgeübt habe. Turnhallen unterscheiden sich nicht so sehr voneinander. Natur aber schon. Wie ihr merkt, wird mir auch niemals langweilig dabei, dass zum x-ten Mal zu betonen. Wahrscheinlich beschwert ihr euch auch, dass der Text wieder zu lang sei. Vorrausgesetzt ihr habt es bis hierhin ausgehalten (Bravo!). Was soll ich sagen? „Love it, or leave it!“ 😉

Love it!

Ich lebe. Ich laufe. Ich liebe. Sich gemeinsam nicht messen, gemeinsam die Zeit vergessen und Aussichten genießen, die man sonst alleine genossen hat. Gemeinsam seinem Hobby zu fröhnen und kein schlechtes Gewissen haben, stundenlang fort zu sein. Gemeinsam die Klappe halten und mit einem Blick tausend Worte sprechen.

Trailrunning besitzt auch diese Kraft. Trotz „Austreten in der Natur“, Rotz und Schweiß entbehrt es nie einer gewissen Romantik. Trailrunning ist auch immer Liebe! Das Leben ist schön. Sehr schön.

Das Jahr 2014 hatte viele lehrreiche Lektionen für mich parat. Viele tolle Erlebnisse, Begegnungen und Emotionen. Ganz ohne den großen geplanten Lauf. Wenn ich in diesem Jahr eines gelernt habe, ist es die Tatsache, dass ich sehr reich an Eindrücken bin und mich die Eindrücke (seien es Menschen, Tiere oder die Natur) sehr geprägt haben und prägen werden. Man weiss nie was morgen passiert und aus diesem Grund sollte man doch jede gelaufene Sekunde genießen. Einfach so. 2013 war mein Jahr. 2014 ist mein Jahr. 2015 wird mein Jahr. Achja…

Weltherrscher.

…man sollte sich selbst nicht so ernst nehmen. Niemals. 😉

2 Gedanken zu „Einfach so.

  1. Steve sagt:

    Wann lernen wir denn die zukünftige Weltherrscherin kennen?

  2. Loki sagt:

    Schöner Text. Danke dafür. War auch länger „verhindert“ aber jetzt geht es wieder los.

    Peace out, Loki

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: