Das Eckstück.

Ich fand Laufen immer doof. Wie das nunmal so ist bei Jungs in meinem Alter. Die Interesse am anderen Sport kam erst mit der Zeit. Zuerst kommt die Neugier und letztlich macht man seine ersten Schritte. Die Interesse wird größer und letzten Endes steht die Lauferei im Mittelpunkt des jungen Lebens. Lang und langsam laufen, kurz und schnell laufen. Bei Tag und manchmal auch bei Nacht. Man lief eben. Auf Straßen.

Das Eckstück.

Ich machte mir keine Gedanken warum, wieso und weshalb ich auf Straßen lief. Alle Taten es und irgendwie wurde es von einem verlangt. Die Verbindungen waren zunächst lose und wurden mit dem Alter immer länger. Ich machte mir keine Gedanken, ich tat einfach einen Schritt nach dem anderen. Die anderen taten es ja auch.

Das Eckstück.

Die Rahmenbedingungen waren optimal und ich steuerte auf die finalen 42,195 km zu. Das Sinnbild einer jeden Läuferkarriere. Scheinbar. So lief ich dem Ziel entgegen und meine Zweifel darüber, ob diese Art des Laufens die richtige für mich ist wurden immer größer, je näher ich diesem Ziel kam. Ich wollte nicht das, was andere von der Lauferei wollten. Ich wollte nicht diesen vorgezeichneten Weg gehen. Ich wollte frei sein und verließ den „rechten“ Weg.

Das Eckstück.

Und dann kamst du in mein Leben. Trailrunning nanntest du dich. Dein Name war so fremd und so schön. Du warst sofort interessant, doch ich glaubte nicht, dass ich bereit für dich war. Du hast nicht locker gelassen und um meine Gunst gebuhlt. Letztendlich gab ich mich deiner Schönheit hin.

Es war als kurzes Techtelmechtel auf Trails geplant, doch ich schaute dich an und erkannte die verborgenen Tiefen deines Wesens. Nicht nur äußerlich warst du so gnadenlos schön. Das zwischen uns war mehr als nur ein „schneller 10er“. Das erkannte ich sofort und ich fühlte mich sofort bestätigt, als du mir die Ausmaße deines Wesens offenbartest.

Das Eckstück.

Damals war das Laufen an sich schon das höchste aller Gefühle. Doch mit der Zeit wird die Art und Weise des Laufens wichtiger, als die Quantität. Obwohl das also für uns beide relativ neu war, spürte ich sofort eine Vertrautheit zwischen uns. Ich ließ mich gehen und hatte keine Angst, etwas falsches zu machen und hinzufallen. Du zeigtest mir deine schönsten Kurven und wir erklommen die höchsten Gipfel. Mal lief ich, bis ich erschöpft auf deine Wege fiel. Mal lief ich gemütlich durch die Gegend. Du hast mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass es schöner ist nach links und rechts zu gucken und gelegentlich zu rasten. Du hast mir gezeigt, was mit Fantasie alles möglich ist undnoch möglich sein wird.

Als ich dachte, ich sei ein Eckstück in einem Puzzle ohne Randstücke kamst du in mein Leben und passtest. Lass uns gemeinsam laufen!

Das Eckstück.

 

Ein Gedanke zu „Das Eckstück.

  1. Steve sagt:

    Weltherrscher?
    Weltpoet! 😉

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