Ikigai.

Die Ohsaki-Studie ist zu dem Schluss gekommen, dass Personen mit Ikigai statistisch länger leben.
Ikigai (jap. 生き甲斐 ‚Lebenssinn‘) ist frei übersetzt „das, wofür es sich zu leben lohnt“,“die Freude und das Lebensziel“ oder salopp ausgedrückt „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen„.

„In der japanischen Kultur hat die oft langwierige und gründliche Selbsterforschung beim Streben und der Suche nach Ikigai eine wichtige Bedeutung. Es ist ein überaus persönlicher Vorgang und das Resultat kann daher von Individuum zu Individuum sehr verschieden sein. Findet oder hat ein Mensch sein Ikigai, bewirkt es für ihn ein Gefühl der Lebensfreude und damit innere Zufriedenheit.“

„Denk dran, wir gehen im September auf die Hochzeit von meinem Onkel. Das ist im Falkenstein Grand Kempinski in Königstein.“
„Muss ich mich da benehmen?“
„Ja!“
„Dann kann ich doch laufen, das ist doch gleich im Taunus.“
„NEIN. AN DIESEM TAG NICHT!“

Nun sollte jedem klar sein, wie ich zu dieser Ikigai-Sache stehe 😉

Mit einer mysteriösen und gleichsam starken Übelkeit im Magen und starken Kopfschmerzen wache ich Mittwochmorgen auf. Regelrecht niedergestreckt bleibe ich im Bett liegen, an körperliche Aktivität ist nicht zu denken, lediglich die Gedanken kann ich kreisen lassen. Ich sage mir, dass das die Nachwirkungen der kompletten letzten Wochen sein müssen. Wenn man von Sonntag bis Sonntag (läuferisch) durchzecht, wacht man zwangsläufig irgendwann mit dem Kater seines Lebens auf. So fühle ich mich. Laufen als Rauschmittel. Übertriebener Genuß mit Nebenwirkungen.
Es fing mit dem THR33KY 7-HILL THRILL Sonntags an, ging Mittwoch weiter mit einer von Björns berühmt-berüchtigten Level 3 Touren im Taunus und endete mit dem Revierguide-Wochenende in Freiburg von Freitag-Sonntag. Gefolgt von einem Kerouac-ähnlichen Tippmarathon des Erlebten. ( Genau, googelt das mal 😉 )

In kurzer Zeit habe ich jedenfalls einiges gesehen. Die Hügellandschaft des Siebengebirges mit permanentem Rheinblick, die majestätischen Wälder und Ausblicke des Taunus und das höchste/größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands, dem Schwarzwald. Der Süden Deutschlands ist ein würdiger Flecken Erde für den Hof eines zukünftigen Weltherrschers und Freiburg kommt definitiv in die engere Auswahl. Demnächst „Hofcheck“ im Allgäu und im Berchtesgadener Land 🙂
Zum ersten Mal habe ich über 1000 Höhenmeter am Stück absolviert und es doch ganz gut gepackt, habe meinen Rhytmus ein stückweit gefunden und die Erkenntnis gewonnen, dass die 4-Trails zwar ein ganzes Stück härter sind, ich aber auch ein großes Stück fitter bin, als noch Anfang diesen Jahres. Ob ich mich dennoch in die Reihe unverschämt-fitter Menschen einreihen kann bleibt für mich ein wenig offen. Aber ich bin zäh wie ein Stück Kaugummi unter’m Schuh. Glaube ich.
Ob diese acht Tage jetzt so gut für meine (hoffentlich) wiedergenesene Achillessehne waren bleibt fraglich, aber ein Raucher schert sich ja auch nicht um seine Gesundheit, wenn er sein Nikotin inhaliert bzw. ist es ihm doch – wohlwissend ob der Risiken – ziemlich egal. Warum muss man als Trampelpfadläufer mit Wehwehchen geplagt werden, obwohl unsere „Sucht“ doch prinzipiell was feines und größtenteils doch sehr gesundes ist? Verstehe einer die Welt.

Über Vater- und Muttertag quartiere ich mich in meinem Heimatort ein. Grevenbroich. Selbsternannte „Bundeshauptstadt der Energie“ und Herberge von vier Kohlekraftwerken im nahen Umfeld. Flach wie Schuhe mit 0mm-Sprengung, aber trotzdem der Ort, an dem ich vor knapp 10 Jahren zum ersten Mal überhaupt Laufschuhe geschnürt habe. Wollen wir doch mal sehen, ob der Grevenbroicher Bend ein paar Trampelpfade parat hat.
Nach 10 Minuten ist der erste Höhenmeter auf der Uhr und die ersten tonnenvollen Familienväter im Blickfeld registriert. Das ich hier keine Höhenmeterrekorde brechen werde, war mir im vornherein klar, aber ein paar abgetretene Pfade müssen sich doch hier irgendwie finden.
Mein ambitionierter Trampelpfadlauf-Anfänger-Blick hat einen ersten Pfad entdeckt, der von den steinigen Schotterpisten weg in das Herz des Waldes führt.
Sollte man für die Ewigkeit festhalten:

Leider führt mich der Weg nach ein paar Hundert Metern wieder auf die Waldautobahn und die Hoffnung, dass dieser Trampelpfad ein großes Netz versteckter kleiner Pfade erschließt und sich mir eine völlig neue Welt des heimischen Waldes erschließt, wird sofort im Keim erstickt. Der Weg führt weiter und ich sehe die Pappe eines achtlos weggeworfenes Sixpack-Verpackung Reissdorf Kölsch. Wir sind hier an der Altbier-Kölsch-Grenze, aber unnötig bleibt unnötig. Ich trage die Verpackung zur nächsten Mülltonne und fühle mich ein wenig besser (gute Vorbilder gehabt 😉 ), obwohl mein Magen sich gerne hinter der nächste Hecke entleeren möchte. Was ist das nur? Weiter geht es an der Erft entlang.

Erft. Quellort: Mordor.

Mir fehlt ein Fluss in Darmstadt, aber auf diese bräunliche Teufelsbrühe kann ich dann doch verzichten. Betrunkene Nicht-Väter überall. Scheinbar laufe ich an einer ganzen Armada selbiger auf Fahrrädern vorbei und die meisten ignorieren mich. Doch als ich bemerke, dass jemand – alkoholisiert – vom Fahrrad gefallen ist, mich einer seiner Kumpels anblökt und mir eine Alkoholfahne entgegenweht ist es doch Zeit, diese Runde hier abzubrechen. Ich laufe an meinem damaligen Gymnasium vorbei – errichtet auf einem ehemaligen Sumpf – nach Hause. Zwar wollte ich eigentlich die Vollrather (Abraum)Höhe von 187 m ü. NN erlaufen, lasse das jedoch für heute sein.
Mittlerweile ist es unvorstellbar für mich, ohne Höhenprofil zu laufen. Es wäre jedoch verkraftbar, wenn man ein paar schöne, fließende Einzelpfade (neuhochdt.: flowige Singletrails) über Stock und Stein hätte.
An irgendeiner Stelle müssen die Oberschenkel – wenn auch noch so kurz – brennen und ein Downhill an der Grenze zur Schallgeschwindigkeit und dem körperlichen Totalschaden runtergerockt werden. Pflichtprogamm!

Apropos viele Menschen im Wald. Als ich einem Mannschaftskameraden erzählte, dass ich auf die vielen unschönen Konfrontationen mit Gegenspielern oder der gegnerischen Mannschaft generell ganz gut verzichten kann und das auch ein Grund ist, warum ich jetzt in die Wälder laufe, merkte dieser – sehr treffend – an:
„Aber dann hast du ja nichts oder niemanden mehr, vor dem du wegrennen kannst.“
Wenn man mal kurz darüber nachdenkt ist das tatsächlich so. Vor irgendwas oder irgendwem läuft man ja schon weg, wenn man wenig frequentierte Trampelpfade hoch- oder runterläuft: Besoffene Wandersleut, unfreundliche Kassiererinnen, nervige Arbeitskollegen, ätzende Kommilitonen oder Menschen im Allgemeinen. Ist das Trampelpfadlaufen ohne Feindbild also weniger erholsam? Fraglich. Vorallem da es nicht daran scheitern sollte, ein Feindbild zu finden 😉

Seit Mittwoch sagt mir mein Körper, dass er ein bischen Pause braucht und Laufen gerade nicht die richtige Therapie sei, aber für Freude gibt es keinen Not-Aus-Knopf. Man läuft ungebremst auf sein Verderben zu. Sozusagen. Eben jener Körper sagt mir auch, dass ich den Besuch bei Holger absagen und mich auf die Couch legen sollte. Aber schon vor einem Monat musste ich dem Schippenmann – zufällig zu Besuch in meiner Wahlheimat – absagen. Was mich geärgert hat und immernoch tut. Wieder absagen kann ich ihm und mir selbst nicht antun. So lange steht ein Besuch in Holgers Eifel für mich nun fest und ausserdem will ich die Chance auch ergreifen die Eifel zu erkunden. Wenn ich doch schon mal in der Nähe bin.
Ohne „Gästevisum“ möchte er mich ausserdem auch nicht ziehen lassen 🙂
Da ich immernoch irgendwie dem Leistungsgedanken aus dem Tischtennis nachhänge, werde ich leicht nervös, je näher ich der Eifel komme.
Wie damals, wenn ich mit einem viel besseren Spieler trainieren durfte, wollte ich mich immer besonders anstrengen. Zum einem um den Trainingspartner nicht zu langweilen und zum anderen um sich selbst von seiner besten Seite – sich „würdig“ –  zu zeigen. Das trifft meinen Gemütszustand an diesem Morgen jedenfalls sehr gut. Überpünktlich bin ich vor Ort. Wer hätte auch denken können, dass ich das so leicht finde. Immerhin muss ich durch belgisches Hohheitsgebiet und die Wahrscheinlichkeit verhaftet und verhört zu werden ist sehr groß! Sie hat bei meiner Zeitplanung jedenfalls eine große Rolle gespielt 😉

Ich bin auch der Meinung, dass das Plastikgebilde einer Frittentüte nur Köstlichkeiten heuchelt und die Frittenbude in Wahrheit eine Falle der Belgier ist! Von wegen dicke belgische Fritten.
Nahrung ist ein gutes Stichwort, gefrühstückt habe ich nämlich nur ein bischen Zwieback. Also zum örtlichen McDonalds zwei Croissants naschen, ein Käffchen trinken (welcher wie Rattengift schmeckt) und die Dreiviertelstunde vertrödeln, die ich zu früh bin.
Holger erwartet mich schon und nachdem Ina ein Bild macht, geht es auch schon los:

Die lebende Legende und der, der gerne eine sein möchte.

Von Lappland aus starten wir durch das Örtchen, den ersten Trampelpfad finden wir auf einem Kinderspielplatz, die Schaukel ist unser Baumstamm. Anfangs fühle ich mich noch sehr gut, ich unterhalte mich mit Holger, wie kommen in den Wald und sofort gibt es den ersten knackigen Downhill. Schon jetzt bin ich Feuer und Flamme für diesen Ort. Noch mehr, als der schmale Pfad an einem kleinen Bach entlang führt. Der aufmerksame Leser wird sich denken, dass dieser Trampelpfad auch Wurzeln und Steine beherbergt. Ich habe also Spaß. Doch mit fortlaufender Zeit verschlechtert sich mein Gemütszustand von Plaudertasche zum einsilbigem Untoten. Es rumort im Magen, die Croissants (wahrscheinlich belgische Produkte) haben eine Front  mit meinem Magen eröffnet. Offener Schlagabtausch. Geradeauslaufen geht gut, wenn es bergab schneller wird, schlackert das Croissant und reisst mir mit seinen scharfen Ecken den Magen auf. Bergauf drückt die Erschöpfung auf meinen Magen wie ich auf eine Zahnpastentube, wenn nichts mehr drin ist.
Okay. Anfängerfehler, aber nach 30 – 45 Minuten ist auch das überstanden. War vorher auch schon immer so. Ob ich die Croissants einfach nicht vertragen habe, oder den Grund meines Unwohlseins am Mittwoch suchen muss (belgischer Fisch in der Mensa?) bleibt mir unklar als ich mir das Hörnchen an einem Nadelbaum (ich mag Nadelbäume) ein zweites Mal durch den Kopf gehen lasse.
Holger erklärt mir im Anschluss, dass die ganzen Nadelbäume hier garnicht heimisch sind und die Preussen die damals wie bescheuert gepflanzt haben, weil sie schnell wachsen (und dementsprechend schnell als Rohstoff verfügbar sind) und man nun versucht, deren Bestand wieder einzugrenzen. Okay, dann habe ich gerade auch meinen Beitrag dazu geleistet 😉
Damit ihr vielleicht besser versteht, wie sche*sse ich mich an diesem Tag gefühlt habe, ein paar Bilder:

Keuch.
Keuch.
Zähne zusammenbeißen.
„Dort, mein junger Padawan, sind wir eben langgelaufen.“

Man beachte meine Gesichtsausdrücke auf den wenigen Bildern die ich gemacht habe und vergleiche diese mit den Bildern der letzten beiden Blogbeiträge. Als ob man mir einen Stecker gezogen hat, ist jeder Höhenmeter für mich heute eine unendliche Qual und ein riesiger Kraftakt. Schwerfällig stemme ich meine Betonbeine den Hügel hoch und möchte am liebsten nach jedem Schritt eine Minute Pause machen.
„Wer sich im Training nicht quält, hat im Wettkampf nichts verloren“ sagt Holger. Für diese Aufmunterung würde ich ihn am liebsten drücken, befürchte aber, dass ich dabei seinen Rucksack besudele und lasse es sein. Sowieso tut mir Holger heute echt leid. Spielt er heute den Touristenführer für einen Untoten. Ich schäme mich zutiefst, auch weil Holger anfangs meinte, dass man in kleineren Gruppen ein wenig besser plaudern könnte ich heute ziemlich einsilbig bin. Wenn überhaupt. Sowas habe ich noch nie erlebt. Schade, dass ich mich gerade heute so bescheiden fühlen muss, wie noch nie zuvor in meinem Läuferleben. Aber auch sowas muss mal erlebt werden.
Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass Holger und ich in zwanzig Jahren darüber lachen werden. Wenn Holgers Bart schneeweiß und mein Afro graumeliert ist und sich die Leute nach den zwei bescheuerten alten Knackern umdrehen, die da gerade mit Karacho die Hügel hinabgeschossen sind…
Haftcréme? Höchstens für unter die Schuhe 😉

Wie dem auch sei. Die Gründe, warum ich die drei Stunden dann doch durchgestanden habe:

– Wurzelige, hügelige, schmale Trampelpfade an rauschenden Flüssen, Flüsschen und Bäche.
– Felsige „Hochpässe“ mit schönen Weitblicken über das saftige, wellige grün der „Nordeifel“.
– Monschau, mit seinen kacksteilen Treppen und den Trampelpfaden, auf denen man das Städtchen mit wunderbarem Blick umrunden kann (siehe Bild).
– Unsere superfreundlichen belgisch/holländischen Nachbarn, die einen anlächeln und superfreundlich Grüßen („Mooiiijjöööö“), auch wenn sie sich wohl fragen, was die zwei Astronauten in der Eifel zu suchen haben.
Holger. Punkt.
– Und: ein schwarzer Arbeiter.
Jawohl, auch der freundliche schwarze Arbeiter, mit orangener Sicherheitsweste ist für mich jetzt „typisch Eifel“.
In der rechten Hand einen Pinsel, im Mundwinkel eine Kippe, mit der linken Hand wild gestikulierend und vor sich eine große, freundliche (wahrscheinlich belgische) Gruppe Touristen. Dies ist der Anblick der sich uns ergibt, als wir einen engen, steilen Treppenpfad runterlaufen und auf einer Kopfsteinpflasterstraße landen. Der freundliche Arbeiter kennt sich jedoch gut aus und sagt den Touries in fließendem Deutsch, dass es in die Richtung in die wir gerade laufen nichts zu sehen gibt und sie doch da hochlaufen sollen (wo wir gerade herkommen), da gibt es was zu sehen.
Ist das jetzt politisch korrekt? Bin ich jetzt sehr cliché-behaftet? Egal, als Migrantenkind nehme ich mir das jetzt einfach raus 😉 Und sowieso sind wir Trampelpfadläufer ja sehr tolerant 🙂
Wir lachen, laufen weiter und sehen Pfadfinder (ob man die auch für unsere Zwecke einsetzen kann?), verschwinden anschließend wieder im Wald. Was mich heute besonders fasziniert sind die schroffen Übergänge rund um Monschau. Auf einen Zubringer folgen die schönsten, grünsten und nicht gerade unsteilsten Pfade in den Wald hinein. Holger führt mich in das Herz der Wälder, dort wo man selbst als ambitionierter Trampelpfadläufer denkt: „Ist das jetzt hier echt ein Weg, oder haben wir uns verlaufen?“. Aber sowas mögen wir ja. An einer Stelle geht es (für mich) tatsächlich querfeldein irgendwo steil hoch. Holger weist jedoch auf die großen Äste hin, die hier liegen. „Habe mir den Weg markiert, falls ich mal von oben runterkomme. Damit ich den Weg finde.“ Die Wege sind so unsichtbar, dass sogar Holger selbst sie nicht findet? Sehr gut! Bei dem wahnwitzigen Tempo, mit dem der hier wohl runterschießt, ist das eine sinnvolle Sache.
Wo es hochgeht, geht es auch wieder runter. Sagt eine uralte, überlieferte Trampelpfadläuferweisheit und Holger ist heute so zuvorkommend, mir eine Alternative zum Hauptweg anzubieten.
„Also geradeaus runter ist steiler und schneller, aber da steht ein Baum, gegen den man laufen könnte. Hier links rum ist nicht so schlimm.“
An einem anderen Tag wäre ich wohl pampig geworden, warum mir die „Kindervariante“ überhaupt angeboten wird, aber heute bin ich doch ganz dankbar und nehme die mildere Version. Wir schieben Zweige beiseite, überqueren einen kleinen Bach (ich liebe kleine Bäche) und laufen weiter.
Holger erklärt mir, dass dieser und jener Teil der Strecke auch beim Revierguide abgelaufen wurden. Er erzählt mir ein wenig vom Revierguidewochenende inder Eifel und lässt mich quasi daran teilhaben.
Im Hintergrund wird es düster. Richtig, richtig düster. Ob wir es vorher noch nach Hause schaffen? Wir bekommen zwar ein paar Tropfen ab, bleiben jedoch vom Hagel verschont.
Nebenbei bemerkt: Holger hatte gesagt, dass wir 3 Stunden unterwegs sein werden und als wir an der Türschwelle kratzen, zeigt meine Uhr exakt 3 Stunden an. Ein kalter Schauer läuft mir den Rücken runter.

Ich entschuldige mich unzählige Male bei Holger, dass ich heute so ein Wrack war. Irgendwann unterlasse ich das jedoch, aus Angst von einer Schippe enthauptet zu werden. Aber so wie ich hier empfangen werde, brauche ich mir darüber keine Sorgen machen. Ina hat ein paar Kleinigkeiten für uns vorbereiten und so sitzen wir am Tisch und erzählen. Und erzählen. Eigentlich möchte ich Holgers Erfahrungen ein wenig anzapfen, aber auf die beiden regnet es sintflutartige Wörterschauer meinerseits nieder. Wo ist nur dieser verdammte Not-Aus-Schalter?
Holger bekommt eine paar Anrufe, während ich da bin. Der Grund? Den seht ihr hier:

Wie bescheiden kann ein Mensch bloß sein? Ich bin jetzt schon mehrere Male mit Holger gelaufen und noch nie kam auch nur der Hauch von Arroganz gegenüber mir Anfänger rüber. Dem Typen sollte man ein Denkmal setzen in der Eifel. Mein Vorschlag: Eine riesengroße Schippe in der Mitte eines vielbefahrenen Kreisverkehres. Wir brauchen mehr solcher „Dorfältesten“, die die „jungen Boschtes“ an der Hand nehmen und ihnen ihr Wissen völlig undogmatisch weitergeben.
Schade das der Artikel nicht in der Süddeutschen, der FAZ oder der ZEIT erscheint, wo das ganze mehr Menschen zugänglich wäre. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Nebenbeibemerkt, tauche ich auch in dem Artikel auf 😉

Ein großes Dankeschön also an Holger (und Ina!!!), der aus meinem „körperlich am Boden zerstört sein“ ein „körperlich auf Trampelpfaden zerstört und dabei glücklich sein“ macht. Ich komme wieder, keine Frage.
Spätestens im Juni, zum „From Dusk Till Dawn“, wenn es heisst: „Fear of the Dark“

Und wenn ich unterschwellig nicht schon genug Werbung gemacht habe, dann möchte ich an dieser Stelle eine ausdrückliche Empfehlung für TRAILRUNNING EIFEL aussprechen. Wer Trampelpfade mag, wird die Eifel lieben! Geht hin und lauft Holgers Pfade. Ich, als Michelin-Trampelpfadführer vergebe 3 Sterne für die Eifel. Eine Reise wert!
Auf dem Rückweg kann man auch ein paar dicke belgische Fritten essen.

An dieser Stelle auch ein riesengroßes Dankeschön an alle Leser. Ich freue mich sehr über das viele Lob, welches ich in letzter Zeit förmlich auf mich herunterregnet.
Zu wissen, dass man meinen Blog gerne liest, darüber lacht oder spontan Lust bekommt, die Schuhe zu schnüren und die Trampelpfade zu rocken, macht mich überaus glücklich. Ich tue mein bestes, jetzt nicht abzuheben und arrogant zu werden 😀
Es überrascht mich außerdem immernoch sehr, wie die Dorfältesten mich nicht nur in ihrer Gegenwart geduldet, sondern mich in ihren Kreis aufgenommen haben um mich anschließend zu ihrem Weltherrscher zu krönen. Ok. Ein wenig habe ich dazugedichtet 😉

Auf meiner Trampelpfad-Deutschlandkarte ist außerdem wieder ein Pin hinzugekommen. Diesmal an einem exotischen Ort an der Grenze. Soviele schöne Orte, die es noch zu erlaufen gibt!
Deutschland, hier kommt der Weltherrscher!

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