Revierguide: Reloaded

Mein erster Revierguide am Laacher See hatte meine kühnsten Träume übertroffen und als der Lauf dann irgendwann beendet war, habe ich mir vorgenommen, bei jedem weiteren Revierguide dabei zu sein. Seinen eigenen Haus und Hofwald kennt man ja meistens ziemlich gut und so schön er auch sein mag, sehnt man sich nach einer Abwechslung.
Neben der Abwechslung habe ich beim letzten Revierguide sehr viele Kontakte geknüpft und wurde zum gemeinsamen Traillaufen eingeladen (doppeldaumenhoch). Euphoriegeladen habe ich dann auf den Termin des nächsten Revierguides gewartet und als feststand, dass ich an diesem Termin Zeit habe und der Revierguide quasi um die Ecke stattfindet, konnte die Vorfreude kaum größer sein.
Alte Bekannte wiedertreffen, neue Leute kennenlernen, den Leuten ihren Spaß im Gesicht ablesen und das beste: Neue Trails laufen.
Die „anderen“ Läufe diese Woche laufe ich behutsam. Bloß nicht übertreiben und Sonntag Fit sein, um jede Sekunde genießen zu können. Leider sagen viele Leute ab. Grippewelle unter Trailläufern. Schade, schade.
Optimistisch schreibe ich mir die Route auf eine Karteikarte, und fahre los. Bis nach Aschaffenburg komme ich ohne Probleme, ich biege irgendwann falsch ab. Woran ich das merke ohne Navi? Der Typ, der hinter mir fährt und eine Funktionsmütze trägt, ist geradeaus gefahren. Meine Intuition sagt mir, dass heute nur Leute mit Funktionsmütze in Aschaffenburg um solche Uhrzeiten rumfahren, die zum Revierguide wollen. Wenden, dahinter klemmen und das Ziel erreichen 😉
Großmeister Denis und der Gripmaster sind auch schon da und der Parkplatz füllt sich mit einer Menge tierisch schmaler Leute. „Wie krass die bestimmt die Berge hochlaufen werden“ geht es mir durch den Kopf. Sascha und sein Zughund Bonnie sind auch schon da. Das erste Bekannte Gesicht bzw. Schnauze. Dankenswerterweise wärmt Bonnie meine kalten Beine. Wo bleiben die anderen? Irgendwann treffen Martin und Steffen ein. Steffen: „Du hast abgenommen, oder?“. Das höre ich in letzter Zeit häufig und immer wieder gerne. Balsam auf meine Seele. 17 kg muss ich jetzt weniger die Berge hochschleppen 🙂
Das obligatorische Foto vor dem Asics-Van soll geschossen werden. Olaf und Zwiebel sind mit dem THR33KY-Mobil noch nicht da und Denis drückt mir schon das Banner in die Hand. Geil, ich darf das TRAIL-Banner halten. Zerre ich das den anderen aus den Händen und haue damit ab um das Teil in der WG aufzuhängen? Immerhin habe ich meinen Mitbewohner auch Matsch lecken lassen (Ausdruck sponsored by: GREENHORNRUNNING).
Gitarrenmusik in meinen Ohren, ich ahne was da jetzt vorfährt und als ich das THR33KY-Mobil und die zwei Popelbremsen sehe, erwarte ich eigentlich, dass die zwei jetzt vor die Linse fahren. Tun sie aber nicht. Die Schisser 😉

Alle da, los geht’s. Hatte mir die Route bei gpsies angeguckt und was anderes erwartet. Bin aber total begeistert von der Kulisse und den Trails. Ich verliere mich völlig in der Strecke als Zwiebel und Olaf mich von hinten einholen. Zwar unterhalte ich mich links und rechts, allerdings bleiben von der Strecke nur wenige Bilder in meinem Kopf, außer diesem. Bonnies (Saschas Hund) Hinterteil am Wegesrand, als sie gerade… Nunja. Brennt sich ein sowas. Die Zweibeiner haben das Problem ein wenig eleganter gelöst am heutigen Tag 😉
Wir unterhalten uns, lachen, schmieden Pläne, lachen, laufen, lachen und lachen weiter. Ich bekomme den x-ten Spitznamen zugesprochen und es werden sehr lustige Sachen für den Sommer ausgemacht. Beim Gedanken daran muss ich tränen lachen. Lieber Zwiebel, lieber Olaf: Ihr haltet euer Wort!!! 🙂
Es gibt Verpflegungsstationen, wie nett. Die zweite ist direkt am Fuß eines Downhills und ich laufe dort runter wie bescheuert. Ich will den Schäfer-Olaf ja ein wenig stolz auf mich machen. Unten angekommen hätte ich die zwei Iso-Gesöff-schlürfenden Jungs fast Downhill-geblutgrätscht. Fast. Doch diesmal habe ich den Megagrip mit meinen Sense Mantra, die heute ihre Feuerprobe bravourös bestehen! Statt Blutgrätschen gibt es an der zweiten Verpflegungssation Popcorn. Es nieselt leicht, genau mein Wetter. Viele weiche Nadelwaldtrails, geschmückt mit Wurzeln, einer geht schmal zwischen zwei Baumreihen hindurch und es wird kurz dunkel. Neben mir spricht auch Zwiebel seine Freude über die schönen Trails auf und hier merke ich, dass diese Nadelwaldtrails eine schöne Abwechslung zu meinen eher harten, steinigen Magnetsteinwegen sind. Jeder Trailmeter bringt seinen eigenen Charme mit und das macht das ganze so toll. Ich fühle mich gut heute und weiss eigentlich nicht in welcher Gruppe ich mitlaufe. Ist mir auch egal. Ich gucke auf die Uhr, wo gerade eine 20 bei den Kilometern angezeigt wird. Bald ist es also vorbei. So schnell vergeht die Zeit, wenn man Spaß hat. Ich bin traurig, dass ich nicht noch mehr schöne Trails laufen, mir bergauf nicht(noch)mehr das Laktat die Beine sauer machen lassen und bergab frischen Sauerstoff die Adern entlangschiessen lassen kann.
Der nächste Revierguide wird auch mich wiedersehen! 

Steffen: „Du hast abgenommen, seit dem letzten Revierguide!“ So ist es!
Genau!

Abhängen an der Verpflegungsstation
Mehr Farben gabs im Wachsmalstiftkasten nicht!
THR33KY-Army mit Gastguerilla und Rockstar Denis.

2 Gedanken zu „Revierguide: Reloaded

  1. Sascha Rupp sagt:

    Mal wieder klasse geschrieben…Freue mich schon auf die ersten technischen Bedienungsanleitungen die der Herr Ingnieur irgendwann mal verfaßt…;)

  2. Orkan sagt:

    Danke danke 🙂 Ich sammle gerade Ideen. Wird alles niedergeschrieben, sobald ich die Zeit und die Ruhe dazu finde 😉

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