Herr Repke’s Gespür für Grip.

„Ich spiele immer die selben Zahlen im Lotto, seit Jahren. Neulich habe ich vergessen zu spielen und genau dann hätte ich mit den Zahlen 5 richtige gehabt.“ erzählt mir ein Mannschaftskamerad die Woche. Wir müssen an Murphy denken: „Whatever can go wrong, will go wrong.“

Ähnlich ist es mit meiner selbstauferlegten Alkoholabstinenz bis zu den 4-Trails. Seitdem ist meine Umgebung mit Alkohol überhäuft. Fangen wir in meiner WG an. Seit dem Geburtstag meines Mitbewohner stehen dort diverse hoch-, mittel- und niederprozentige Alkoholika. Unter anderem ein Kasten Bier. „Eigentlich muss in jeder guten (Maschinenbauer)-WG ein Kasten Bier stehen“, haben wir mal gesagt. Es ist nie passiert. Bis jetzt. Und keiner rührt das Zeug an.
Erstes Spiel der Rückrunde, ein Mitspieler trägt einen großen Kasten Bier in die Halle und nach dem Spiel stoße ich mit meiner Flasche Wasser an.
Brettspieleabend. Mein Mitbewohner holt die 15 Jahre alte Flasche Rum raus, die er zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Genüßlich nippen die connaisseure an ihrem exzellenten Rum, während ich Tee schlürfe. Doch es juckt mich eigentlich wenig. Weniger Alkohol, mehr Power für die Anstiege. Trailrunning macht also einen gesünderen Mensch aus mir, denn die Nahrungsmittel werden nun auch nach „Trailpower“ ausgewählt.

Trailrunning macht nicht nur einen gesünderen und naturliebenderen, sondern auch einen schlaueren Menschen aus mir (nehme ich einfach mal so an).
Letzte Woche hatte ich Halsschmerzen, Schnupfen, halt Dinge die man zu der Jahreszeit kaum vermeiden kann. Da kann man sich ja noch mehr der Uni widmen. Das aktuelle Forschungsseminar lässt mich den Stoff vergangener Semester durchackern. Zwischendrin lese ich des gripmaster’s 11 Gebote. Ich bin von Anfang bis Ende begeistert von dem Text, aber als Student des Maschinenbau’s haben zwei Sätze meine Aufmerksamkeit besonders beansprucht:

„Hier gelten nur die elementaren Regeln der Fliehkraft, der Erdanziehung und ein paar weitere Naturgesetze…“

„Enge Kurven sind die Essenz des Trails – experimentiere mit der Fliehkraft, lehne Dich in die Kurve, nutze Steilkurven, um schneller zu werden.“

In meinem Mucosolvan-Delirium bin ich dieser „Spur“ gefolgt. (Der geneigte Trailrunner erkennt auch hier Parallelen: Man läuft auf dem Hauptweg und wird von einem interessanten, neuen Trails abgelenkt und am Ende… ihr kennt das).

Von wegen Fliehkraft und Steilkurve und so!

Ich habe die Formel für die „Fliehkraft“ rausgekramt und bin der Sache nachgegangen, warum man in den Kurven rausbeschleunigen kann und wieso man dort nicht so schnell rausgetragen wird. Noch das Skript für Kraftfahrzeugtechnik, denn ein Speedcross ist ja im Endeffekt auch nichts anderes als ein Gummireifen (low-mü, high-mü usw.). Als ich nach drei Stunden von meiner thermodynamischen Energiebilanz der 4-Trails – also wieviel Energie ich spare, wenn ich den Rucksack leichter packe oder einfach im Vorfeld ein paar Kilo abnehme – aufblickte um mir einen Tee zu kochen, wusste ich schon garnicht mehr, was ich eigentlich machen wollte.

Der Blick auf mein Motivationsplakat vergangener Tage offenbarte mir viele, sehr viele Möglichkeiten mein Wissen auf das Traillaufen zu übertragen um sowohl das Laufen, als auch das Studium besser zu verstehen. Bzw. das vergessene auf eine sehr erfrischende Art und Weise wieder neu zu lernen. Lieber Gripmaster, deinen Text hätte ich vor genau 4,5 Jahren lesen müssen. Trotzdem danke dafür. Mal sehen ob sich eine Master-Thesis beim Fachbereich für Technisches Trailrunning schreiben lässt 😉
Zumindest ist daraus eine Idee entstanden, die ich zunächst einmal für mich behalte. Der Titel des Werkes lautet aber genauso, wie die Überschrift dieses Eintrages 😉

Krankheitsbedingt nur zwei kleine Läufchen diese Woche, einer davon mit den neuen und sofort liebgewonnenen Sense Mantra. Die werden mir sicherlich viel Spaß bereiten. Der Revierguide ist die Feuerprobe! Und dann wird auch die Ausrüstungssektion erneuert.

Sonntag dann endlich ein paar thr33kyge Sachen auf der stijl-Messe in Mainz erwerben, um einen gewissen Coolnessfaktor abseits der Trails zu gewährleisten. Das Wiedertreffen mit unserem Schäfer Olaf war natürlich auch Klasse. Aus einem kurzen Besuch wurde eine knapp 4-stündige Unterhaltung, bei der ich Olaf und Nadine wohl das ein oder andere Mal von ihrer eigentlichen Tätigkeit abgelenkt habe. Man redet sich doch schnell in einen Rausch, wenn man gleichgesinnte trifft 🙂

Studentischer Hilfsguerilla beim Abwasch.

Bis unter die Zähne mit thr33ky-Zeuch bewaffnet trete ich den Heimweg an und liefere zuvor ein weiteres, im Mucosolvan-Rausch entstandenes Werk bei Olaf ab:

Die Rohversion des „tactical endurance trailhörnchen“

Bis demnächst.

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