Das beste zum Schluss

Noch 25 Wochen. Oder: Die erste von sechsundzwanzig (26) Trainingswochen ist vorbei. Nach dem Revierguide habe ich mir einen groben Plan gemacht, wie ich die Salomon 4-Trails vorbereiten will.
So ganz planlos geht das ja nicht und ich bin auch kein Freund von Trainingsplänen mit Pulsbereichen und sowas. Ich will einfach nur Laufen, dabei Spaß haben und viele neue Trail entdecken, doch ich will die 4-Trails durchstehen und mir selbst nicht vorwerfen müssen, dass ich zu wenig getan habe. Ein selbstverschuldeter Abbruch wäre für mich der Super-GAU.
Also: Einmal pro Woche Intervalle am Berg, zwei mittellange Läufe (15 – 25 km) und ein langer Lauf (25 – 35 km). Und dabei möglichst viele Höhenmeter sammeln. Die Anzahl der Intervalle am Prinzenberg ist noch gering (6), der mittellange und lange Lauf noch eher kurz (15/25). Mit fortschreitender Zeit werden die Distanzen und Anzahlen gesteigert, sowie eventuell ein fünfter Lauf hinzugefügt. Ganz sachte.
Die Läufe werden auch dazu genutzt, meine Umgebung besser zu erkunden und der Natur noch mehr versteckte Pfade entlocken. So bleibt der Spaßfaktor maximal. Hoffe ich.

Nebenbei hat mir mein Personaltrainer Martin (praktisch, weil Mitläufer ;-)) einen „kleinen Trainingsplan“ mit „Core-Übungen“ gemacht. Den soll ich 3x die Woche machen. Ich habe sowas immer gehasst, wohlwissend, dass das ziemlich sinnvoll ist. Aber jetzt bleibe ich hart. Von nix kommt nix.

Diejenigen, die ihren geschundenen Läuferbeinen etwas gutes tun wollen und sich keinen Physio leisten können, der einen durchknetet, dem sei die BLACKROLL an’s Herz gelegt. Gibt es auch von TP THERAPY. Oder man baut die sich gleich selbst. Einfach „buid your own foam roller“ bei youtube eingeben.

Ausgerüstet wie ein Profi gilt es nun auch zu trainieren wie ein großer.
Montag: Erstmal eine kleine Runde mit den neuen Tretern gedreht und gemerkt, wie krass der Revierguide für meine Beine war. Eine Schleife durch den Wald gedreht und froh gewesen wieder zu Hause zu sein.
Dienstag: Martin’s Plan durchgearbeitet. Am Ende zitterten meine Beine und die zwei Tage danach konnte ich mich kaum hinsetzen vor lauter Muskelkater in Oberschenkeln und im Gesäß (Dabei musste ich noch ein paar Übungen weglassene, weil mir das Werkzeug fehlte).
Donnerstag: Intervalle (ich mag das Wort nicht) und ein paar Fotos schießen (an denen ich mich in schlechten Zeiten hochziehen bzw. motivieren kann).
Sechs mal schleppe ich mich den Prinzenberg hoch und bin froh, dass auch das nun vorbei ist.

Million Dollar  Shot 😉

Flowertrail (heisst wirklich so)

Freitag: Strahlender Sonnenschein und meine Lieblingsstrecke von Seeheim nach Hause. Nach zwei Monaten endlich wieder. Dazu muss ich erstmal mit der Straßenbahn rausfahren. Am Luisenplatz muss ich dann leider eine halbe Stunde auf die Straßenbahn warten. Man mag kaum glauben, dass das hier eine Universitätsstadt ist.
Ich wundere mich irgendwann, warum mich all‘ die Leute so schräg anschauen. Normalerweise denke ich mir nichts dabei, in Funktionswäsche und geschultertem Trinkrucksack in einer Horde Menschen zu stehen. Schließlich ist das hier eine Universitätsstadt und es laufen hier schon genug komische Leute rum.
Irgendwann merke ich, dass meine Hose verdreckt ist.
Der Dreck an der Hose ist noch vom Revierguide. Es kommen wieder tolle Erinnerungen hoch und ich nehme mir vor die Hose nie wieder zu waschen und den Dreck verschiedener Revierguides zu sammeln 😉
Aus der Straßenbahn ausgestiegen geht’s gleich den Berg hoch in Richtung Magnetsteine, meine Lieblingsstelle. Ich wollte in strahlendem Sonnenschein ein paar tolle Bilder von meinem „Revier“ machen und den Leuten zeigen, dass das hier auch laufenswert ist (wenn ich groß bin, ist hier auch mal ein Revierguide). Also Kamera ausgepacken und… „Interner Speicher voll“. Was für ein interner Speicher? So ’ne sche*sse, die Speicherkarte steckt noch im Notebook 😐

Samstag: Ich habe mich mit Martin und Steffen für ein längeres Läufchen verabredet und auf der Hinfahrt frage ich mich schon, ob ich das überhaupt packe. Aber versprochen ist versprochen und die 4-Trails werde ich nicht laufen, wenn ich zu Hause rumhocke.
Wir laufen also in Steffen’s Revier in Grünberg los und Steffen zeigt uns wo er seine Intervalle immer macht und das ist fast überall.
„Sag mal, dein Leben besteht nur aus Intervallen oder was?“ Aber irgendwo muss diese unbändige Kraft ja hin 😉
„Und hier laufe ich die Treppen hoch, das wollte ich euch mal zeigen“:

Bezeichnend für den Samstag.
Feddisch mit der Welt

Beide Bilder sind stellvertretend für den heutigen Lauf. Steffen zieht, ich bremse. Steffen ist locker, ich will mich auf den Stein dort drüben legen und schlafen:

 Martin hat den Traildog mitgebracht, welcher an einem Gürtel angeleint ist. Sieht drollig aus und die beiden bleiben öfters an einem Baum hängen 😀
Martin trägt im gripmaster-stil seine Spiegelreflexkamera in der Hand und macht ab und zu ein paar Bilder.

Wir schießen ein paar Bilder, die uns professionell aussehen lassen:

Nach 15 km und sagt Steffen, dass es noch 10 km bis zum Auto sind. An dieser Stelle falle ich ein kleines Loch, doch Steffen duldet kein gejammer. Er pusht uns und animiert uns zum weiterlaufen. Merkt er, dass wir zurückfallen, läuft er zurück und reiht sich hinter uns ein. Ich jammere und er belehrt mich. Statt rumzujammern, solle ich mich doch über die Höhenmeter freuen, die ich sammle. Wohl war. Ab sofort schreien wir an jedem Hügel abwechselnd „Höhenmeter“. Klingt saudumm, hilft aber, sich am Riemen zu reißen. Sollte man jedoch nicht machen, wenn man alleine unterwegs ist.
Irgendwann erzählt er Martin, dass er in seinem „Regenerationspulsbereich“ läuft. An dieser Stelle möchte ich ihn am liebsten mit meinen Stöcken aufspießen oder aus dem Wald treten (wenn ich könnte). Blöder Kerl 😉
Es tut heute gut, gepusht zu werden, denn heute ist bei mir eigentlich nichts drin. Dummerweise kenne ich mich hier nicht aus und statt zweier großer Steigungen gibt es hier viele viele kleine, fiese Anstiege. Auch Kleinvieh macht Mist und so kommen wir am Ende auf 750 Höhenmeter, 25km und groben 3 Stunden Laufzeit.
Noch 20 km und 2000 Höhenmeter mehr und ich wäre die letzte Etappe der 4-Trails gelaufen. Schön, wenn man Leute hat, die einem in den Hintern treten, wenn man es gerade braucht und einen immer wieder daran erinnern, dass das ja 4 Bergmarathons hintereinander sind und bis dahin noch „sauviel“ gemacht werden muss.

Der Revierguide schwemmt auch Facebook-Freunde an und so sehr auf diesem Medium rumgehackt wird, so sinnvoll kann es manchmal sein. Es werden Kontakte geknüpft und Verabredungen abgemacht, dass man sich doch mal zum Laufen trifft.
Außerdem sieht man ständig Bilder von laufenden Menschen. Der virtuelle Arschtritt.

Das war die erste Woche und 25 weitere folgen. Immerhin steht an deren Ende die 4-Trails, die ich hoffentlich genießen kann. Das beste kommt also zum Schluss…

Ein Gedanke zu „Das beste zum Schluss

  1. Holger sagt:

    Jetzt schließt sich der Kreis der Pseudonyme…von smati zu Orkan zum „Der Hundertjährige…“

    Schöner Blog…aber denk mal über eine andere Farbkombi nach. dunkler Hintergrund und helle Schrift…besser wäre umgekehrt 😉

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