Die Wiederentdeckung der Euphorie

Nach dem letzten Blogeintrag ist viel Zeit vergangen. Zeit in der läuferisch nicht viel passiert ist. Nach dem Magen-Darm-Infekt ging es wieder bergauf. Zunächst. Doch passend zur Jahreszeit war musste ich mich mit Schnupfen und Halsschmerzen rumplagen und habe die größte Laufpause in diesem Jahre von zwei Wochen einlegen müssen.
Doch anders als zuvor, habe ich nicht ungeduldig mit den Füßen gescharrt und darauf gewartet endlich wieder laufen zu gehen. Es ist tatsächlich passiert, dass ich auf meinen (kranken) Schweinehund gehört und es mir zu Hause gemütlich gemacht habe. Mein Gewissen konnte ich dadurch auch nicht gerade erleichtern. Die Anzahl der Läufe sank und auch die Länge der Läufe nahm mehr und mehr ab, meine Lieblingstour bin ich schon einen Monat nichtmehr gelaufen und die Länge überstieg die 10km eher selten.

Ab heute beginnt an der Uni die Winterpause. Bischen mehr Freizeit und Home-Office. Schon ein wenig früher verzog ich mich zu meiner Freundin in den Vorspessart an die hessisch-bayrische Grenze. Weil man hier wunderbar laufen kann und mir der Tapenwechsel bestimmt gut tut. So dachte ich.

Als auch hier der Schnee liegenblieb wollte ich mal wieder einen schönen Lauf im Schnee machen. Rucksack auf, Kamera dabei.

Obwohl die Bilder oft doof aussehen, ist die Entstehung doch immer mit viel Spaß verbunden. Kamera aufstellen, wegsprinten und lässig auf die Kamera zulaufen. Wie das endet, seht ihr ja 😉

Dieses mal bin ich auch den Pfad hinaufgelaufen, den ich schon immer mal ausprobieren wollte und es jedes mal auf „das nächste Mal“ verschoben habe. Und dann passierte alles so schnell…

Plötzlich stand ich am oberen Ende eines Weinberges und blickte auf das Kahltal hinab. Verdutzt musste ich stehen bleiben und den Anblick genießen. Das es sowas hier gibt ist mir prinzipiell nicht neu. Seit 4 Jahren bin ich an vielen Wochenenden hier und oft gehe ich im Wald laufen. Allerdings immer wieder die selben Wege. Aus Faulheit. Habe ich das „Ketten sprengen“ in Darmstadt schon hinter mir, habe ich es hier neu erlebt.

Mir viel sofort der Hügel gegenüber in die Augen. „Da musst du hoch“, sagte mir eine innere Stimme. Zu Hause angekommen wurde sofort recherchiert. Wie heißt dieser ominöse Berg und wie komme ich dorthin? Die Wanderkarte aus der eigenen Wohnung in Darmstadt abgeholt und voller Vorfreude eine Route geplant…
 Als ich dann auf diesem Weg auf den „Hahnenkamm“ zulief viel mir auf, dass ich an den Höfen die vor mir liegen schon ganze drei Mal vorbeigekommen und schon drei mal am Fuße dieses Berges entlanggelaufen war. Auf der Wanderung zwischen den Jahren mit meinem alten Verein. 
Wie ignorant ein Mensch doch sein kann 🙂
Ab hier Begann dann eine kleine Odysee. Ich hatte mir die Koordinaten des Gipfels aufgeschrieben und gab diese an den Höfen in meine nun heißgeliebte Garmin fênix ein und ließ mich navigieren. Die erste große Hürde stellten die Felder und der Fluß dar, die mir den Weg zum Berg blockierten. Ich lief geradewegs auf den Berg zu, merkte, dass keine Brücke in der Nähe ist. Lief links und rechts und stellte entnervt fest, dass ich wieder zu den Höfen zurückmuss um eine andere Route einzuschlagen…
 Meine Ungeduld ließ mich direkt über die Felder laufen. Die Tragfähigkeit eines total durchnässten Feldes wurde meinerseits total überschätzt und so habe ich gelernt, woher das Wort „Querfeldein“ kommt 😀
Am Klärwerk vorbei ging es endlich bergauf und wieder auf Trails. Ich wurde mit schönen Pfaden belohnt und erreicht die Spitze
Hier habe ich die schönsten Trails gefunden und wäre am liebsten überall links und rechts eingebogen, um zu sehen, wohin die schönen Pfade mich führen. 
Der Ausflug war ein voller Erfolg, ich hatte sehr viel Spaß und habe gemerkt, dass mir das gefehlt hat. Neue Pfade Laufen, neue Gebiete erkunden. Als ich völlig erschöpft und ausgehungert zu Hause ankam musste ich an die 4-Trails denken die in ca. 7 Monaten anstehen. Dort wird die Belastung größer sein und in Hinblick dessen muss ich längere Läufe in die Beine kriegen. Gut, dass das mit soviel Spaß verbunden ist und mir beim Laufen so viele neue Ideen kamen und ich mich bremsen muss, dass nicht alles sofort zu wollen. 
Immerhin ist der Wille wieder da, jeden Tag läuferisch irgendwas neues zu erkunden und zu sehen, was dieser unbekannte Pfad so neues mit sich bringt.
Und so möchte ich mich mit dem – meiner Meinung nach – gelungensten Bild dieser Tour verabschieden. 
Frohes Fest und guten Rutsch 😉
 

2 Gedanken zu „Die Wiederentdeckung der Euphorie

  1. Cool und lebendig geschrieben…macht Lust auf mehr von Dir zu lesen!!!
    Man spürt die Leidenschaft mit der Du dabei bist.

    Viel Spaß weiterhin und ein gutes Jahr 2013!

    Liebe Grüße

    Stephan Frank – Niemals aufgeben!

  2. Sascha Rupp sagt:

    Schade dass du nicht in meiner Nähe wohnst. Das ist eigentlich genau mein Ding, Rucksack auf und los… Bloß keine Zeitangaben machen und einfach laufen.

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