Die Garmin fênix

Nun ist ziemlich genau ein Monat vergangen seitdem meine Garmin fênix angekommen ist. An dieser Stelle ist ein kleiner Test angebracht.

Nachdem ich 2 Jahre lang sehr zufrieden mit der Garmin Forerunner 305 war, wollte ich gerne eine Uhr mit barometrischem Höhenmesser.
Das Flaggschiff in dieser Hinsicht ist die Suunto Ambit und man sieht jeden Trailläufer der was auf sich hält mit einer rumrennen. Das Ding muss ziemlich gut sein, allerdings war ich mit der FR305 und seinen GPS-Funktionen sehr zufrieden und bestellte mir eine fênix, obwohl Garmin bisher nicht dafür bekannt war, gute Höhenmesser in Laufuhren zu implementieren.

Zugegeben war ich anfangs alles andere als zufrieden mit der fênix und habe sie eine Woche nach Empfang auch gleich zurückgegeben. Der Händler hat sich mit der Uhr beschäftigt, Garmin kontaktiert und mir ein paar Tipps gegeben (und mir gesagt, dass Garmin die Uhr nicht zurücknimmt, er aber bereit ist sie gegen eine Suunto Ambit umzutauschen).
Ich entschied mich der Uhr eine zweite Chance zu geben und bin mittlerweile sehr zufrieden!
Seit Erscheinen der Uhr ist Garmin sehr fleissig was Updates angeht (5 Updates seit September) und verbessert vorhandene Funktionen oder fügt neue hinzu. Finde ich sehr gut.

Hier also die Eindrücke meiner meistbenutzten Funktionen. Wenn ihr einen (sehr) ausführlichen Bericht haben wollte, empfehle ich euch den „Tiefentest“ von dcrainmaker.

Das erste was auffällt ist das Design. Die fenix ist ähnlich dick und ungefähr ähnlich breit, jedoch im Gesamtkonzept etwas in sich stimmiger und kommt nicht wie ein hässlicher roter Brotkasten daher. Zwar sehen die vielen Knöpfe und der große orangene „Not-Aus“ Knopf eher aus, wie eine überdimensionierte G-Shock Uhr aber ehrlich gesagt gefällt es mir ganz gut. Das Armband ist durchgehend breiter und macht einen etwas stabileren Eindruck als das Armband der FR305. Mal sehen ob sich meine Vermutung bestätigt.
So sieht der Bildschirm in meinem „Alltag“ Modus aus. Man kann die Uhr sehr vielfältig konfigurieren. Die Sekundenanzeige (Striche im Kreis) hat weitere sinnvolle Funktionen, auf die ich später eingehen möchte.

Man kann in den verschiedenen Modi beliebig viele Bildschirme hinzufügen die man mit den beiden Tasten rechts (Pfeil hoch/Pfeil runter) anwählen kann. Hier eine Auswahl an Bildschirmen in meinem „Alltag“ Modus.
Die Uhr bietet viele voreingestellte Modi (Running, Cycling, Geocaching, Hiking, etc.), die man entweder modifiziert oder gleich seinen eigenen Modi definiert. Man hat ganze 147 Funktionen, die man sich auf einem Bildschirm anzeigen lassen kann. Man kann 1 – 3 Funktionen auf einem Bildschirm anzeigen lassen (in späteren Bildern zu sehen). Alles sehr individuell anpassbar. Große Klasse.
Los geht’s. Im Gegensatz zur FR305 versucht die Uhr sich beim Start nicht sofort mit GPS-Satelliten zu verbinden. Möchte man es doch, sieht man den obigen Bildschirm. Die Sekundenzeiger dienen jetzt als „Suchfortschritt“. Bis auf eine Ausnahme ging die Suche sehr schnell bis schnell.
Oben zwei Beispiele von Bildschirmen die ich in das Profil „Laufen“ mitgenommen habe. Lässt man sich zwei Funktionen anzeigen, werde diese gleichmäßig auf den Bildschirm aufgeteilt. Wählt man 3 Funktionen pro Bildschirm, wird die mittlere groß und die oberen/unteren Funktionen kleiner dargestellt. Eigentlich benutze ich nur den einen Bildschirm mit Distanz, Zeit und Anstieg(shöhenmeter) .
Der Barometer ist der einzige Grund warum ich mir eine neue Uhr angeschafft hätte mich anfangs fast in den Wahnsinn getrieben. Meine Empfehlung an euch: Stellt bloß die automatische Höhenkalibrierung ab!!! Zwar meinte der Händler, dass das bei ihm gut ginge, hat bei mir aber nur Mist angezeigt.
Vor jedem Lauf lese ich in Google Earth die Höhenmeter meiner Startposition aus und kalibriere die Uhr den Höhenmetersensor vor dem Start. Das liefert extrem gute Werte und geringe Abweichungen. Auf einer meiner Touren stehen 3 Wanderschilder auf dem Weg rum, an denen ich die Uhr in mehreren Läufe gecheckt habe. Die Abweichungen betragen in der Regel 0 bis 4 Meter. In einem Extremfall 10m. Wenn ich Runden Laufe ist die Differenz zwischen Start/Ziel 0 bis 5 Meter. Also absolut im Rahmen.
Legt man keinen Wert auf absolute Höhenmeter und möchte nur wissen wieviel Höhenmeter man rauf-/runtergerannt ist, kann man sich die Startkalibrierung sparen. 
Bei automatischer Kalibrierung kalibriert sich die Uhr dauernd neu und hat bei mir anfangs 300(!)Höhenmeter zuviel oder zu wenig angezeigt. Also finger weg von der Autokalibrierung.
Vorallem bei schwankenden Wetterlagen (in den Alpen z.B.) liefert eine manuelle Kalibrierung bessere Werte, da die Uhr nur den Luftdruck misst und ihn dann auf die Höhe umrechnet (Barometrische Höhenformel). Steht ihr an ein und der selben Stelle in Sonnenschein oder Regen wird die Uhr unterschiedliche Werte anzeigen, da der Luftdruck jeweils unterschiedlich ist!

Nun zur Navigationsfunktion (von mir häufig benutzt!), hier am Beispiel eines gespeicherten Punktes zu dem ich mich navigieren lassen möchte. Man sucht den gewünschten Punkt aus der Liste aus. Praktischerweise wird bei der Wahl im Menü schon die Distanz (Luftlinie) und die Himmelsrichtung angezeigt. Startet man die Navigation wird die Luftlinie angezeigt, der man hinterherläuft. Wahlweise kann man sich auch den Kompass anzeigen lassen. Bei der Navigationsfunktion wird ein Pfeil im Kompass angezeigt statt der normalen Anzeige (siehe 4. Bild).
In der Navigationsfunktion werden in der Sekundenanzeige 2 Striche abgebildet, die die Richtung des Zielpunktes anzeigen. Diese sieht man in jedem Bildschirm(!). Die zwei Striche haben sich schon jetzt als extrem sinnvoll herausgestellt, da man man sofort sieht ob man ungefähr in die richtige Richtung läuft oder auf dem Holzweg ist.
Die „Wurmnavigation“ eines schon vorhandenen Tracks sieht genauso aus. Statt der Luftlinie auf der Karte wird die exakte Route angezeigt. Die zwei Striche erlauben es (mir), den Standardbildschirm mit Distanz/Zeit/Höhenmeter aufzurufen und sich trotzdem gut navigieren zu lassen. Man merkt schnell, dass man eine Abzweigung verpasst hat. Tut man es doch, kann man den Alarm der Abweichung manuell definieren. Man gibt ein ab wieviel Meter Abweichung vom Track die Uhr Alarm schlagen soll. Sehr praktisch!!!
So konnte ich im Taunus einen sehr sehr gut versteckten Trail sofort entdecken, was mir mit der FR305 nicht passiert wäre.
Noch praktischer ist, dass neben dem akustischen Signal auch ein Vibrationsalarm vorhanden ist. Da ich den Alarm oft überhöre, ist das sehr wichtig für mich. 
Neben dem Höhenmesser hat mich die Navigationsfunktion überzeugt! Während ich mit der FR305 nach dem Motto „Trial and Error“ die Route ablief und es schon vorkam, dass ich erst vier falsche Abzweigungen nehmen musste, bis ich die richtige fand, geht das bei der fenix sehr viel exakter. Bei der FR305 konnte man im Navigationsmodus auch nur die Karte und die verbleibenden Kilometer sehen, während ich bei der fenix die gewohnten Funktionen nutzen kann. 
Noch eine tolle Funktion. Für viele unnötig, für mich sehr wichtig. Die Sonne/Mond Anzeige. Für alle die Morgens früh oder nachmittags (ohne Stirnlampe) laufen wollen.

Bei der Akkulaufzeit probiere ich immernoch rum. Man hat die Möglichkeiten aus 5 Häufigkeiten der Punkteaufnahme auszuwählen (sehr wenig bis sehr viel). Je mehr Punkte man in kurzer Zeit aufnimmt, desto geringer ist die Akkuleistung. Auch hängt ab, wieviele Funktionen man benutzt, wieviele externe Sensoren man dranhängen hat etc.
Eine Temperaturanzeige gibt es übrigens auch, die aber unbrauchbar wird, sobald man die Uhr am Arm trägt. Körperwärme und so. Es gibt einen externen Temperatursensor („tempe“), den man sich an den Schuh/Rucksack hängen kann.

Was die Uhr nicht bietet sind die Trainingsfunktionen der FR305. Die Uhr nimmt „Autolaps“ jeden Kilometer, oder man kann selber eine neue Runde einläuten. Das war’s aber auch schon. Keine (Intervall)Trainingsprogramme. Ehrlich gesagt vermisse ich die auch nicht und war mir beim Kauf bewusst, dass auch keine vorhanden sind.
Die Uhr ist für jeden, der „Outdoor“ unterwegs ist, sich in der Fremde allein oder anhand von Wegpunkten/Tracks navigieren will und/oder dem Höhenmeter wichtig sind. Letztere werden bei manueller Kalibration sehr zuverlässig aufgezeichnet. Beachtet allerdings die Tücken der barometrischen Höhenmessung (Wetterumschwung, etc.). War mir am Anfang garnicht so bewusst gewesen.

Das hier ist allerdings nur der Hauch der Funktionen, die die Uhr bietet. Möchtet ihr mehr wissen, schaut euch die „In-Depth-Review“ von dcrainmaker an. Link ist oben gepostet.
Wenn noch fragen sind, kontaktiert mich.

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