Aller Anfang ist schwer. Immernoch.

So fleissig wie möglich sammele ich weiter Höhenmeter, kaufe und teste Material für mein kommendes Projekt. Vom 10.-13. Juli 2013 werde ich die Salomon 4-Trails laufen. In 4 Tagen und 4 Etappen werde ich hoffentlich 3 Länder durchqueren, knapp 150km und 9400 Höhenmeter bewältigen.
Dazu ist eine gewisse Pflichtausrüstung notwendig und die soll/muss was aushalten.

Hier zwei Auszüge aus den vergangenen Tagen:

Freitag 28.09.2012 – 19 km  +667m/-649m 

Mit dem Zug ging es nach Bensheim-Auerbach. Es ist schon ein bischen komisch, wenn man in Laufmontur und Trinkrucksack in die Straßenbahn/den Zug einsteigt und die Leute einen angucken. Aber was soll man als autoloser Student machen? Zumindest verbessere ich so meine CO2-Bilanz 😉
Am Bahnhof angekommen ging es erstmal darum, den Weg in den Wald zu finden…
Im Wald angekommen ging es auch gleich auf schmalen Pfaden zum Schloß Auerbach hoch, von dessen Türmen man einen tollen Ausblick hatte. Unter anderem auf dem Melibokus (517m).

Eigentlich sind die Türme des Schlosses schon ein Höhepunkt, da man bei gutem Wetter (und das hatte ich an diesem Tag) einen ziemlich guten Rundum-Blick hatte, sehr schön vorallem der in den grünen Odenwald.
Als nächstes war der Melibokus an der Reihe und am Waldrand entlang, den Blick in den Odenwald gerichtet ging es den Melibokus hoch. Der Anstieg war so „mild“, dass ich laufend hochkam und oben angekommen nochmal den Blick schweifen lies. 

Nach 7,5km war das beste leider schon vorbei. Die zwei Anstiege und größtenteils auch die schönen Wege. Weniger bis keine schmalen Pfade, viele „Waldautobahnen“. Ehrlich gesagt hatte ich das erwartet, da ich einen Wanderweg ablief und diese oft über Schotter gehen.
In Jugenheim angekommen entschied ich mich, den Lauf abzubrechen und mir die restlichen 16 km zu sparen, da ich die Route kannte und zum anderen auch keine Zeit mehr hatte.

An diesem Tag hatte ich auch zum ersten mal den „Advanced Skin S-Lab 12 Set“ Rucksack von Salomon an. Welch ein blöder Name. Klasse Teil. Sitzt sehr hoch (was sehr angenehm ist), hat keine Hüftgurte (mein letzter Rucksack hat 2 Shirts zerschlissen), breite Gurte und einen dehnbaren Verschluss. Man merkt, wie sich die Gummiverschlüsse mitausdehnen. Leider hat der Rucksack an den schwarzen Netztaschen am Rücken abgefärbt. Ärgerlich, aber verschmerzbar. Test an anderer Stelle.

Donnerstag 11.10.2012 – 25 km  +1100m/-1100m 

Wie in vergangenen Beiträgen geschrieben, hatte ich mir viele Wanderkarten gekauft um meine nähere Umgebung kennenzulernen. Diese Woche hatte ich große Lust im Taunus zu Laufen und hatte bei gpsies.com die Strecken eines anderen Trailläufers entdeckt. Die „1000 Höhenmetertour“ lachte mich an. Zum einen, da der Start an der Endstation einer U-Bahn-Linie war und zum anderen, weil alle drei großen Berge des Taunus‘ erklommen wurden. Der Altkönig, der kleine Feldberg und zum Schluss der große Feldberg mit immerhin 880m.
Ganze zwei Stunden Fahrt mit S-Bahn und U-Bahn hat mich eine Strecke gekostet und die Erwartung an die Tour waren groß. Zunächst ging es knapp 3km in den Wald hinein, die ersten kleinen Pfade überquert bog ich an einem Schild mit der Aufschrift „Schwarzer Weg“ ab.
Ich bog ab und sah es erstmal steil hinaufgehen. „Das kann ja was werden“ dachte ich mir und so war es auch. Auf sehr schmalen Pfaden über Wurzeln und Steinen ging es den Altkönig hoch. Irgendwann ging es laufend nicht mehr und so legte ich große Teil der Steigung schnell gehend zurück.

Das schöne dabei ist meist, dass einen nach einer großen Steigung immer ein schöner Ausblick erwartet und so war es auch. Ich konnte sowohl auf die umliegenden Dörfer schauen, sowie den kleinen und großen Feldberg sehen.
So ging es erstmal wieder steil runter. Die Grashalme waren angefroren, es war matschig und ich froh, mir gescheite Schuhe gekauft zu haben.
Die GPS-Funktion der fênix war aktiviert aber trotzdem kam ich vom Pfad ab. Ich lief weiter auf dem Waldweg entlang und übersah völlig den winzig kleinen Hinweis, das sich dort ein Weg durch die Bäume schlängelte. Diesen Lief ich hoch und war erstmal total glücklich. Ein sehr schmaler Pfad, mitten durch die Bäume, unter ihnen hindurch, über ihre Wurzeln hinweg, quer über die eigentlichen Waldwege hinweg.
Weiter weiter, immer weiter ging es hoch und irgendwann sah ich den Aussichtsturm des großen Feldberges vor mir. Es war vollbracht, ich war oben.

Am Kiosk sah ich Brezeln von denen ich eine mit auf den Aussichtsturm nehmen wollte und zu meinem Glück waren die noch warm. Super! Auf dem Aussichtsturm gingen erstmal die Batterien meiner Digicam leer. Murphy’s Law. Egal, Brezeln mampfen, Blick schweifen lassen, am Kiosk Cola kaufen, in die Flaschen einfüllen und weiterlaufen. Der Blick auf das Außenthermometer am Kiosk zeigte 0 °C und der starke, eisige Wind machten das nicht angenehmer. Ich war heilfroh, in eine gute Jacke investiert zu haben und meine auch gerade einen klitzekleinen Ausblick darauf zu bekommen, was mich in den Alpen erwarten wird.
Erschwerend kam hinzu, dass die Cola natürlich aufschäumte und durch den Flaschenverschluss (den ich in der Eile nicht richtig zugemacht hatte) auslief. Irgendwann waren meine Finger voller Cola und bei der eiseskälte und starkem Wind natürlich alles andere als angenehm. Gut tat die Cola trotzdem und so lief ich wieder den Weg zurück zur U-Bahn Haltestelle um die 2 Stunden Rückweg auf mich zu nehmen.

Hat sich definitiv gelohnt und wiederkommen werde ich auch. Hier habe ich besonders festgestellt, das Laufen am Berg „eine andere Hausnummer“ ist als Laufen in der Ebene. Ganz andere und sehr abwechslungsreiche Belastungen. Jeder Schritt muss sitzen und wenn man müde ist oder gerade auf die Uhr guckt knickt man ganz schnell um. Nach dem Lauf merke ich, wie wichtig eine gute Rumpfmuskulatur für das Traillaufen ist und nehme mir vor, mich darum zu kümmern.

Bis bald im Taunus!

2 Gedanken zu „Aller Anfang ist schwer. Immernoch.

  1. Sascha Rupp sagt:

    Hi,

    liest sich sehr interessant. Mir liegen solche Touren auch mehr als stupides Laufen auf Asphalt. Bin gespannt wie du dich entwickelst bis zum 4 Trails, werde wieder kommen und weiter lesen 😉

  2. Orkan sagt:

    Freut mich, dass es dir gefällt! Wirst auch einige spannende Dinge zu lesen bekommen hoffe ich 😉

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