Ich bin verliebt. In einen Trail. Oder: Morgenstund‘ hat Trail im Mund.

Nachdem ich mir eine Woche Pause gegönnt hatte, holte ich am Montag meine neue Garmin fênix ab und startete das Fernprojekt „Transalpine Run“. Mein grober Plan dafür: Bei jedem Lauf möglichst viele Höhenmeter sammeln, viele schöne Trails in der Umgebung (und in der Ferne) entdecken/laufen, die Wochenkilometer hochschrauben und an vielen schönen Trailläufen teilnehmen.

Montag 17.09.2012 – 15 km  +449m/-448m 

Wie fängt man also an? Richtig, sich die höchste Erhebung in der Nähe suchen und hochlaufen. Also mit dem Bus vor Ort gefahren und Richtung Neunkircher Höhe. Die ganze Strecke (die ich mir im Internet rausgesucht hatte), hatte einen relativ hohen Asphalt- und Schotteranteil. Das Highlight war der Anstieg zum Kaiserturm auf der Neunkircher Höhe:

Höhenmeter ja, Trailfaktor eher gering 😦

Dienstag 18.09.2012 – 17,3 km  +483m/-529m 

Himmelsleiter. Die soll krass sein. Also Ausrüstung mit ins Labor und im Anschluss gleich Richtung Himmelsleiter. Gleich am Campus geht der Trail los, wenn man raus ist aus der Stadt wird es noch schöner. Auf dem Prinzenberg habe ich plötzlich einen wunderbar weiten Ausblick. Verdutzt bleibe ich stehen und schaue mich um. Zwei Jahre laufe ich schon und meistens auf der handvoll mir bekannten Strecken. Wie konnte ich bloß so lange mit Scheuklappen durch die Gegend laufen, wo ich vor der Tür doch ein so tolles Laufrevier habe?
Kurz danach verpasse ich die Abzweigung und laufe (zu lange) auf einem asphaltierten Radweg.
Als ich dann wieder im Wald bin, wird es wieder trailig und ehe ich mich versehe sehe ich folgendes:

 Na sieht ja ganz nett aus. Auf 2 Kilometer schraubt sich die Himmelsleiter geradewegs 200 Höhenmeter zur Burg Frankenstein hoch. Nach den ersten 2-3 Treppensätzen bin ich schon total am Ende und muss den Rest gehen. „Du Scheißding denke ich mir (als ich keuchend hochgehe), mit dir habe ich noch eine Rechnung offen.“ Die Himmelsleiter ist total schön, für mich aber (noch) zu hart.
An dieser Stelle bekomme ich einen sehr guten Eindruck, von dem was ich mir vorgenommen habe. Die Läufe die ich mir rausgesucht habe, haben pro Kilometer noch ein paar mehr Höhenmeter…
Das sich der Aufstieg lohnt, sieht man:

Auf der Burg Frankenstein war Ausblick grandios. Das Ziel war erreicht und ich lief Richtung Straßenbahn auf groben Schotter, der mir meine idiotische Schuhwahl am heutigen Tage zum wiederholten Male verdeutlichte.
Die New Balance „Minimus Trail“ mit sehr dünner Sohle haben mich jeden einzelnen Stein spüren lassen. Meine Füße mussten heute ziemlich leiden…

…aber neue Schuhe wollte ich mir ja sowieso kaufen. Am Tag darauf schlug ich zu. Ich nahm‘ mir je ein paar Salomon Speedcross 3 und Asics Fuji Attack mit und spare dabei 60€. Der Student hat zugeschlagen! Die Trailsaison ist eingeläutet 😀

Donnerstag 20.09.2012 – 11,9 km  +122m/-122m 

Der Donnerstag war dazu gedacht, die fênix der FR305 gegenüberzustellen. Das Ergebnis war ok.
Außerdem wurden die Fuji Attack ausprobiert und für gut befunden. Mein Material wird ähnlich wie in diesem BLOG vorgestellt werden. Finde den Blog super und die Materialtests waren sehr aufschlussreich.
Leider kann ich noch nicht auf soviel Trailerfahrung und soviele Läufe zurückgreifen.
Was nicht ist, dass noch werden. Und wird auch werden!!!

Samstag 22.09.2012 – 15,8 km  +514m/-482m 

Der letzte Lauf diese Woche sollte auch der imposanteste werden. Um 5:20 klingelte der Wecker. Draußen war es stockduster, die fênix sagte mir das Sonnenaufgang erst um 7:10 ist. Also eine Straßenbahn später genommen. Ich stieg aus und wurde von verdutzen Gesichtern die auf dem Dorfmarkt standen begrüßt. „Welcher Idiot läuft Samstags um die Uhrzeit in kurzen Hosen und Rucksack durch die Gegend“ sagten die Gesichter. Schmunzelnd lief ich weiter und war am Anfang meiner geplanten Route. Es ging gleich bergauf und…

…der Blick war mal wieder hervorragend. Um die Uhrzeit würde ich auch den Wald für mich allein haben.
Ich lief und lief, es wurde gleich ziemlich trailig. Mit einem Lächeln auf dem Gesichter sprang ich über Stock, Stein und Baumstämme und duckte mich unter tiefstehenden Ästen hinweg, als ich das hier entdeckte:

Klasse. Es war matschig und eng, es lag viel „Gerümpel“ auf dem Boden und ich musste fast mehr springen als laufen. Doch auch hier ging es relativ lange sehr steil hoch, so dass ich nur hochkriechen konnte.
In wenigen Tagen wurden mir meine Grenzen aufgezeigt, doch das macht überhaupt nichts. Mit genug Training, viel Spaß und Motivation kann ich alles schaffen. Den Marathon hab ich ja immerhin auch geschafft.
Ich dachte es kann kaum besser werden, doch es wurde besser.

 Die Magnetsteine boten einen imposanten Anblick und einen tollen Trail durch und an den Steinen vorbei zur Burg Frankenstein. Hier ging mir regelrecht das Herz auf und das grobe Profil der Speedcross versenkten sich im Matsch und boten guten Grip. Auf glatten feuchten Steinen stießen aber auch sie an seine Grenzen.
Schön war auch die Ruhe im Wald. Samstags vor 8 Uhr hat man einfach seine Ruhe. Herrlich.
Und je früher, desto freundlicher die Leute. Von dem einzigen anderen Läufer an dem Morgen wurde ich sehr herzlich begrüßt und die Spaziergängerin samt Hund, die mir auf dem schmalen Pfad an den Magnetsteinen entgegenkam, wurde ich auch sehr herzlich begrüßt. So soll das doch sein.
Weiter immer weiter. Diesmal ging es die Serpentinen runter und nicht die Himmelsleiter 😉
Hier ließ sich die Sonne Blicken und machte das Idyll zunächst perfekt.
Irgendwann verpasste ich wieder die Abzweigung und statt den schönen Prinzenberg hoch lief ich um ihn herum. Leichte Panik machte sich breit als ich einen Weg vermutete, aber irgendwann im dichten Wald stand und kurzzeitig die Orientierung verlor. An dieser Stelle war ich froh die fênix dabeizuhaben, die eine tolle Kompass und Tracking Funktion hat.

Das Fazit der Woche: Trails machen einen Heidenspaß und Höhenmeter muss ich noch üben.

Zur fênix: Im liegendem Zustand schwankte die Uhr innerhalb von ein paar Stunden  um 110 Höhenmeter! Der Luftdruck ändert sich auf dem Schreibtisch aber nicht so sehr. Ausserdem zeigt die Uhr während des Laufes wahnsinnig viele Höhenmeter an. 300m mehr als bei der Auswertung am Rechner. Die Rechnerwerte stimmten fast exakt mit den Google Earth werten überein.
Kann aber nicht sein, dass ich während des Laufens immer zuviele Höhenmeter angezeigt bekomme.
Endlich kam ich auch bei der Garmin Hotline durch. Ich schilderte dem Herren mein Problem und der meinte auch, dass das nicht sein dürfe. Ich solle doch das neue Update von letzter Nacht installieren, es nochmal ausprobieren und mich erneut melden. Nach dem Update schwankt die Uhr in liegendem Zustand immernoch sehr stark. Ich bin skeptisch ob das beim Laufen besser wird, der Test steht aber noch aus.
Noch kann ich die Uhr zurückgeben. Die zwei Wochen frist sind noch nicht abgelaufen.
Für den Preis sollte man einen präzisen Höhenmesser erwarten können! Vorallem wenn man Suunto mit der Ambit Konkurrenz machen will. „Wenn das so weitergeht, gebe ich die fênix zurück und hole mir eine Suunto Ambit“ sagte ich dem Mann an der Hotline.
Immerhin zeigte er Verständnis und in kurzer Zeit sind schon ein paar Updates rausgekommen.
Die Frage ist, ob es sich lohnt auf Updates zu warten, die die Probleme beheben oder innerhalb der 14-Tage-Frist die Uhr zurückzugeben und sich eine Ambit zu besorgen…

Bis demnächst.

Ein Gedanke zu „Ich bin verliebt. In einen Trail. Oder: Morgenstund‘ hat Trail im Mund.

  1. Mary_runs sagt:

    Es ist schön, Deine Begeisterung so heraus zu lesen! Für mich wäre das allerdings nichts.

    Das letzte Foto erinnert mich sehr an unseren Irland-Urlaub, da sah es in einem Wald ähnlich aus, alles grün, Steine, Bäume, Flüsse – Wahnsinn. Seit dem achte ich auf unsere Landschaft hier wesentlich intensiver und empfinde es als ebenso üppig grün. Doch – Deutschland ist auch sehr schön!!

    Wünsche Dir weiterhin so viel Begeisterung für Deine Lauferei 🙂

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