Träume.

Anfang Juni diesen Jahres habe ich mich für den Urlaub mit Büchern und Zeitschriften eingedeckt. Mit dabei war eine Sonderausgabe der „Runner’s World“ über Trailrunning. Schon als ich die ersten Seiten aufschlug und die doppelseitigen Bilder sah, tat sich etwas in mir.
„Jetzt läufst du seit 2 Jahren stumpf immer die selber Strecken“. Laufen gehen kostete mich immer mehr Motivation, Berge/Hügel laufen war mir zuwider. Aber irgendwas musste passieren und mich dreckig machen, hatte mir immernoch sehr viel Spaß gemacht.

Zu Hause angekommen, habe ich von dem TRAIL-Magazin gehört und da war es mit mir geschehen. Sowas muss doch einfach Spaß machen und Bestzeiten sammeln ist (auch mangels Erfolg) auch nicht mein Ding.
So fing ich an jeden Trampelpfad entlangzustürzen und mir unbekannte Wege zu entdecken. Verirren kann ich mich mit GPS-Uhr ja nicht.

„Hey, ich komm‘ dich mal besuchen“
„Wann biste’n da?“
„So in 4 Stunden, ich laufe“
„Du bist doch bescheuert…“

So bin ich zu einem Freund gelaufen und so habe ich wortwörtlich meinen Horizont erweitert.
Seit 2 Jahren lief ich schon und hatte die wunderschöne Landschaft vor meiner Haustür noch nie gesehen. Man muss ja nicht gleich die Zugspitze oder den Mont Blanc hochlaufen, um schöne Ausblicke, tolle Trails und viel Spaß zu haben.
Im TRAIL-Magazin erfuhr ich auch vom „Transalpine-Run“ und sah Bilder. Das machst du nach deinem Marathon! Das nächste, große, langfristige Projekt war gefunden.

Als ich meinem Vater von meinen Plänen erzählte „Erstmal Marathon laufen und dann die Alpen laufend überqueren“ blickte er mich mit großen Augen an und konnte das kaum glauben.
Sein Sohn, der die Berge hasste und lieber am Campingplatz blieb, statt zu wandern, erzählte ihm auf einmal, dass er unbedingt mal die Berge in Südtirol oder den Alpen sehen und dort laufen möchte.
Zuerst dachte er, es wäre ein schlechter Scherz, kam ihm sein Sohn doch so verändert vor. Als er merkte, dass ich das total ernst meinte war er total begeistert (er der Motorradfahrer, der jede Gebirgskette von Europa bis Asien schon gesehen und befahren hatte).

„Dann lass uns doch gemeinsam nächstes Jahr in die Berge fahren und wandern“.

Tolle Idee. Wir kauften uns Wanderkarten und mein Vater zeigte mir die schönsten Routen. Unter den schönsten ihm bekannten Routen war auch die ein oder andere Etappe des Transalpine-Run. „Da können wir dann mal einen Eindruck von dem bekommen, was du machen möchtest“.

Habe mir dann auch gleich Wanderkarten vom Odenwald und Taunus gekauft, denn nach dem Marathon muss ich ja irgendwo trainieren oder?

Die Deutschlandkarte in meinem Zimmer sagte mir, dass in meiner unmittelbaren Umgebung die Neunkircher Höhe (605m) und den Großen Feldberg (880m) gibt. Wenn jemand aus Berlin einen 100m hohen Hügel rauf und runterläuft um sich auf den Transalpine-Run vorzubereiten und das schafft, dann habe ich doch hier schon sehr gute Vorraussetzungen.

Der Plan ist also, jeden großen Hügel in der Umgebung hochzulaufen und möglichst viele trailige Höhenmeter zu sammeln. Die Neunkircher Höhe und den Melibokus im Odenwald/Bergstraße habe ich schon abgehakt und für gut befunden, als nächstes nehme ich mir den Taunus vor die Brust (doch dazu in den nächsten Beiträgen mehr).
Wozu hat man denn ein Studententicket, mit dem man bequem fast ganz Hessen bereisen kann?

Der Plan ist also, möglichst viele Höhenmeter zu sammeln, möglichst viele neue Laufreviere entdecken und mir TAR-fähige Ausrüstung zu besorgen. Nächstes Jahr dann möglichst viele Trailläufe mitmachen um dann hoffentlich 2014 am TAR teilzunehmen.
Ich kann kaum ruhig sitzen, ich studiere die Karten, gucke in Google Earth und würde am liebsten 3 Routen auf einmal laufen 😀

„Träume sind da, um gelebt zu werden“ sagte mein Vater schließlich.

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